Zwischen den Welten

music4everybody e.V. /// Nordrhein-Westfalen

Beteiligte: 235 Jugendliche
Alter:
14 bis 27 Jahre
Projektdauer:
42 Monate, von Juni 2017 bis Dezember 2020
Kooperationspartner*innen:
Deutscher Familienverband e.V., Köln; Ausländeramt der Stadt Köln, Jugendmigrationsdienst des internationalen Bundes (JMD des IB) in Wuppertal und Köln, die Firma Riedel in Wuppertal, Junges Theater Düsseldorf, Jugendzentrum Köln e.V., Jugendzentrum Gramb

In den Musiktheaterprojekten von music4everybody schreiben junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam an Stücken. Dieses Jahr entführte die selbst entwickelte Geschichte in ein belebtes Mietshaus in der Kölner Innenstadt, in dem verschiedene Kulturen, Altersgruppen und Interessen aufeinander prallen. Dabei wurde von Ängsten, Vorurteilen, Missverständnissen, aber auch von neuen Freunden, Akzeptanz und der Herausforderung eines neuen Anfangs erzählt.

Im Rahmen des Projekts trafen sich die Teilnehmer*innen jeden Montag für drei Stunden im Jugendzentrum Gremberg. Neben Gesprächsrunden und gemeinsamen Spielen, wurden unter der Anleitung von Dozent*innen Songs, Choreografien und Schauspielszenen eingeübt. Im Austausch zwischen den Jugendlichen fand ein Lernprozess statt, der die Möglichkeiten von bloßem Tanz-, Gesang- und Schauspielunterricht weit überschreitet: Die gemeinsame Beschäftigung mit Kunst und Musik schuf eine Brücke zwischen unterschiedlichen Kulturen.

Neben der aktiven Teilnahme an Tanz-, Gesangs- und Schauspielangeboten beteiligen sich die Mitglieder des Partizipationsteams in Themenbereichen wie „Social Media und Film“, „Drama“, „Soziale Arbeit“ und „Presse- & Öffentlichkeitsarbeit“. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partner*innen wurden mit den Projekten bislang insgesamt 354 Teilnehmer*innen und mehrere tausend Zuschauer*innen erreicht.

Ich habe 2017 das erste Mal mitgemacht. Damals konnte ich fast kein Deutsch, habe mich nicht getraut mit anderen zu reden. Ich konnte keinen Deutschkurs machen. Mit dem Skript habe ich Deutsch gelernt. Ich hatte eine App, damit habe ich alles übersetzt. Am Ende habe ich vor 700 Leuten meine Rolle gespielt – das war so aufregend! Ich finde es wirklich schön, dass das Projekt weitergeht. Jedes Jahr kommen neue Leute dazu und viele erinnern mich an mich, wie ich am Anfang in Deutschland war. Leise. Am Ende stehen sie auf der Bühne und trauen sich so viel. Ich finde es wichtig, dass noch viele Leute die Chance bekommen, bei so etwas mitzumachen. Wir sind eine große internationale Familie, in einem Land, wo man keine Familie hat.

Javad, 26 Jahre