(c) FRI-X, Jugendkunstschule Friedrichshain-Kreuzberg (Berlin)

Zusatzmittel für die Arbeit mit aus der Ukraine geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Mit den Zusatzmitteln für die Arbeit mit aus der Ukraine geflüchteten Kindern und Jugendlichen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Kinder- und Jugendplan (KJP) möchten die Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. und der Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen e.V. Kindern und Jugendlichen, die vor dem Krieg aus der Ukraine flüchten mussten, das Ankommen in Deutschland erleichtern bzw. die Begegnung und das Kennenlernen von neu ankommenden und schon länger in Deutschland lebenden jungen Menschen mit Methoden der kulturellen Bildung initiieren, intensivieren und fördern.

Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine geflüchtet sind, sollen gezielt angesprochen und einbezogen werden. Sie müssen nicht zwingend die Mehrheit der Teilnehmenden darstellen, es muss aber aus der Zusammensetzung der Teilnehmenden und dem „Ansprachekonzept“ (z.B. Wahl der Kooperationspartner) deutlich werden, dass sich das Projekt in relevanter Weise an aus der Ukraine geflüchtete Teilnehmende richtet.

Förderfähig sind z.B. Kurse, Projekte und offene Werkstätten als kompakte Ferienangebote oder regelmäßige (z.B. wöchentlich stattfindende) Aktivtäten in allen Künsten (oder auch spartenübergreifend) oder Patenschaftsprogramme mit künstlerisch-kulturellem Schwerpunkt.

Förderbedingungen

Gefördert werden Projekte der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit im Zeitraum vom 15.7 bis zum 1.12.2022, die aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre einbeziehen.

Die Projekte müssen sich der Kulturellen Bildung zuordnen lassen. Die Projekte können alle Sparten Kultureller Bildung umfassen. Auch spartenübergreifende Vorhaben sind möglich. Sie können z. B. Ferienfreizeiten, Wochenendangebote, länger laufende Nachmittagskurse, Patenschaftsprogramme oder andere Formate beinhalten, die das Ankommen mit Mitteln der kulturellen Bildung erleichtern. Die Förderung kann mit anderen Fördermitteln kombiniert werden (auch mit Landesmitteln im Rahmen des Aufholpaketes), jedoch nicht mit anderen Bundesprogrammen. Rechtsgrundlage für die Förderung ist der Kinder- und Jugendplan des Bundes.

Die Projekte sollen für die adressierten Teilnehmer*innen leicht zugänglich sein und die verschiedenen Lebenswelten und Lebenslagen der beteiligten Kinder und Jugendlichen berücksichtigen. Die Methoden sollen dem Alter und ggf. den Vorerfahrungen der Teilnehmer*innen entsprechen. Die Teilnahme soll freiwillig erfolgen. Die Durchführung muss durch kompetente Fachkräfte bzw. Ehrenamtliche erfolgen.

Die Förderung kann mit anderen Fördermitteln kombiniert werden (auch mit Landesmitteln im Rahmen des Aufholpaketes), jedoch nicht mit anderen Bundesprogrammen.

 

Förderfähige Ausgaben

Förderfähig sind folgende Ausgabenarten:

  • Honorare für Hilfs- und Fachkräfte
  • Honorare für Sprachmittler*innen
  • Unterkunft und Verpflegung der Teilnehmer*innen sowie Raummieten
  • Fahrtkosten der Teilnehmer*innen (bis zur Höhe des Bundesreisekostengesetzes, bei Auswärtstätigkeiten)
  • Material, das für das Programm benötigt wird

Nicht förderfähig sind insbesondere:

  • Personalausgaben (einschließlich Minijobs, FSJ, BFD etc.)
  • zusätzliche Honorare für beim Antragsteller beschäftigtes Personal
  • allgemeine Verwaltungsausgaben und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit
  • Anschaffungen von mehr als 800 Euro netto je Einzelgegenstand

 

Förderhöhe und Förderarten

Der bjke empfiehlt eine Antragshöhe zw. 3.000 Euro und 5.000 Euro, um möglichst viele Jugendkunstschulen zur Antragsstellung zu ermutigen und fördern zu können.
Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Förderarten. Jede dieser Förderarten habt ein eigenes Finanzierungsformular. Bitte achten Sie bei Ihrer Antragstellung darauf, dass Sie das richtige Formular verwenden. Anträge mit einem falschen Formular können nicht bearbeitet werden.

a) Förderung als Kursaktivität (keine Eigenmittel notwendig) mit Finanzierungsformular

Die Förderung als „Kursaktivität“ erfolgt auf Grundlage fester Beträge („Pauschalen“) je Aktivität. Bitte beachten Sie, dass die Summe dieser „Pauschalen“ den maximalen Förderrahmen (Höchstbetrag) beschreibt. Dieser kann nur dann ausgezahlt werden, wenn ihm tatsächliche förderfähige Ausgaben in mindestens gleicher Höhe gegenüberstehen (der Nachweis erfolgt über Beleglisten im Verwendungsnachweis). Als Festbeträge können angesetzt werden:

  • bis zu 40 Euro je Tag (6 Std. Bildungsprogramm) und Teilnehmer*in zusätzlich: 305 Euro je Tag und Honorarkraft (maximal 1 Honorarkraft je 6 Teilnehmer*innen). In begründeten Ausnahmefällen können zusätzliche Honorarkräfte beantragt werden, z. B. als Sprachmittler*innen. Dann kann vom Honorarkraftschlüssel 1:6 abgewichen werden.
  • Zusätzlich: 60 Euro je Aktivität und Teilnehmer*in bei Freizeitaktivitäten mit Übernachtung (z. B. in Jugendunterkünften), bei denen für die Teilnehmer*innen (inkl. Honorarkräfte und Ehrenamtliche) Fahrtkosten anfallen.

Die pauschal bewilligten Mittel können für alle förderfähigen Ausgabearten (s.o.) eingesetzt werden. Wenn die Festbeträge zur Finanzierung ausreichen, sind keine Eigenmittel notwendig.

Möglich sind Kursaktivitäten als

  • ganztägige Kurstage. Um als Tag zu gelten, müssen mindestens 6 Stunden Programm pro Tag stattfinden. Als Ausnahme gelten bei Veranstaltungen mit Übernachtung An- und Abreisetage, die jeweils als voller Tag gewertet werden, auch wenn die Programmdauer an diesen Tagen kürzer ist. Umgesetzt werden können Kurstage als Einzeltage oder als mehrtägige (kulturelle) Ferienfreizeiten und Wochenendangebote.
  • regelmäßige Kursangebote. Findet weniger Programm als sechs Stunden statt, kann die Durchführung auch mit 1½, 3 oder 4½ Zeitstunden erfolgen. Die pauschalierte Förderhöhe reduziert sich dann entsprechend um 75% (1½ Std.), 50% (3 Std.) bzw. 25% (4½ Std.) Umgesetzt werden können diese Kurse z. B. wöchentlich oder vierzehntägig als eigenständige Angebote oder in Kooperation mit Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen außerhalb des Unterrichts.

Die tatsächlichen Teilnehmer*innen müssen anhand von Teilnahmelisten mit eigenhändigen Unterschriften der Teilnehmer*innen nachgewiesen werden. Als Teilnehmer*innen zählen Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre sowie die Honorarkräfte. Eltern oder andere Angehörige können in die Aktivitäten eingebunden werden, insofern dies pädagogisch begründet ist, zählen jedoch nicht als Teilnehmer*innen.

Finanzierungsformular a) "Kursrechner" für die Förderung als "Kursaktivität"

 

b) Förderung als „Kleinaktivitäten“ (mit mind. 10% Eigenmitteln)

Eine Durchführung als „Kleinaktivität ist möglich, insofern

  • das Führen von Teilnahmelisten nicht möglich ist, z. B. bei offenen oder mobilen Angeboten.
  • Kleinaktivitäten können mit bis zu 1.000 Euro je Aktivität gefördert werden. Zusätzlich sind zwingend Eigenmittel in Höhe von mindestens 10 Prozent der Gesamtausgaben einzubringen (für eine Förderung von 1.000,00 Euro also 111,11 Euro Eigenmittel).
  • Die Förderung erfolgt dann auf Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplans.
  • Kleinaktivitäten sind in der Regel halbtägige Angebote (mind. 3 Zeitstunden Bildungsprogramm).

Finanzierungsformular b)"KoFi_KlA" für die Förderung als "Kleinaktivität"

 

c) Förderung als „Sonstige Aktivität“

  • Eine Antragstellung als Kurs (mit ggf. höheren Honorarkräfteschlüssel) und als Kleinaktivität muss ausgeschlossen sein, z.B. weil es sich um ein Projekt handelt, das kein Kurs ist.
  • Das Projekt muss in Präsenz stattfinden.
  • Ein angemessener Anteil an Eigenmittel/Einnahmen ist zwingend erforderlich. (z.B. mind. 50 Euro bei Projekten bis 5.000 Euro)
  • Die Förderung erfolgt dann auf Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplans. Der Kosten- und Finanzierungsplan ist bindend. Die genannten Einzelpositionen dürfen um maximal 20% überschritten werden insofern diese Überschreitung durch Einsparungen an anderen Einzelpositionen ausgeglichen wird. Alle anderen Änderungen am Kosten- und Finanzierungsplan sind genehmigungspflichtig.

Finanzierungsformular c) "KoFi_SoA" für Sonstige Aktivitäten

 

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind:

  • Einrichtungen von als gemeinnützig anerkannten Trägern (v. a. Vereine, aber auch Stiftungen, gGmbH etc.)
  • Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft mit Ausnahme des Bundes und der Länder (Gemeinden, Landkreise, kommunale Zweckverbände, Kirchengemeinden etc.)

Antragsteller müssen zusätzlich:

  • vom zuständigen Jugendamt oder kraft Gesetzes als freier Träger der Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII anerkannt sein oder
  • ein öffentlicher Träger der Jugendhilfe sein (Einrichtungen des Jugendamtes) oder
  • relevante Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit haben und diese im Antrag darstellen.

Antragsverfahren

Anträge für das Zusatzprogramm Ukraine beim bjke erfolgt über das Antragsformular "Zusatzmittel Ukraine" (jotform.com)

Die Antragstellung ist bis 1.10.2022 möglich. Es besteht kein Anspruch auf Förderung.