Gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland

1. DEUTSCH-CHINESISCHER FACHKRÄFTEAUSTAUSCH

 








Chinas wirtschaftlicher und politischer Einfluss wächst und es wird für Jugendliche interessanter, sich mit dem Land, seiner fremden Kultur und seiner Werte auseinanderzusetzen. Für Kunst- und Kulturpädagogen, die deutsch-chinesische Kulturaustausche planen, ist es daher wichtig, die konzeptionellen und bildungspolitischen Vorraussetzungen in China zu kennen und ihre Genese zu verstehen, dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit traditionellem Lernen und den Erfordernissen einer neuen Industriegesellschaft auf der einen Seite und den integrativen Herausforderungen eines Einwanderungslandes mit humanistischer Wertetradition auf der anderen Seite. Künstlerisches Lernen, insbesondere in der Schule ist in China immernoch sehr stark geprägt von Nachahmung traditioneller (auch europäischer) Ausdrucksformen auf sehr hohem handwerklich-technischem Niveau, daneben steht zunächst der subjektorientierte Ansatz schöpferischer Eigentätigkeit und individueller Persönlichkeitsentwicklung deutscher Kunstvermittlung. Diese Unterschiede haben Folgen für die konkreten Vermittlungsmethoden und Curricula und sind Mittelpunkt der fachlichen Auseinandersetzung.


"Kulturelle Bildung in schulischen und außerschulischen Orten in Deutschland" war daher das Thema des 1. Deutsch-Chinesischen Fachkräfteaustauschs des bjke in Zusammenarbeit mit dem bdk und der bkj, der durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert wurde. Die achtköpfige Delegation von Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen aus Wuhan unter der Leitung von Gao Dongyuan (Bildungsamt der Provinz Hubei) besuchte vom 8. bis 21. Juni 2013 insgesamt 8 Jungendkunstschulen, 3 Schulen, 4 Kultureinrichtungen sowie 2 Ausbildungsstätten für Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer in Berlin, Weimar und NRW und führte darüber hinaus 5 Fachgespräche mit Experten für Kulturelle Bildung aus Politik und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt der Fachkräftediskussionen standen das Verhältnis von Produkt und Prozess sowie die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der schulischen und außerschulischen Kunst- und Kulturpädagogik sowie in der Zusammenarbeit von formalen und non-formalen Bildungsträgern. Von deutscher Seite wurde die Begegnung von Lutz Lienke (bjke Vorstand, Vorstand LKJ Berlin) und Julia Nierstheimer (bjke Geschäftsführung) geleitet.


Es handelt sich um den Rückbesuch einer Delegationsreise im letzten Jahr, während der eine ebenfalls achtköpfige Gruppe von deutschen Kunstpädagoginnen und Führungskräften der Kulturellen Bildung zu Gast in Wuhan, Chonqching und Peking war.


Ziel ist eine längerfristige Partnerschaft mit chinesischen Partnern aus der außerschulischen und schulischen Kultur- und Kunstpädagogik sowie der Ausbildung von Kunst- und Kulturpädagogen aufzubauen. Es sollte daher zunächst ein kennenlernen ermöglicht werden, bei dem auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Rahmenbedingungen, Methoden, Zielen und Praktiken der Kulturellen Bildung zum Nutzen von zukünftigen deutsch-chinesischen Jugendbegegnungen im schulischen wie außerschulischen Rahmen herausgearbeitet werden. Zentrale Fragen sind daher: Wie gestaltet sich der künstlerisch-ästhetische Bildungsweg in den Partnerländern? Welche Rolle spielt Kulturelle Bildung im Lebenslauf, auch für Bildungsbenachteiligte? Welche Schwerpunkte werden politisch, methodisch und strukturell gesetzt? Wie kann internationale Kooperation oder künstlerischer Kontakt den jeweils eigenen Handlungsradius und Blickwinkel erweitern?