1. Preis: HOMO PORTANS - TRAGEN VERBINDET


Jugendkunstschule JUKUSCH /// www.jukusch.org /// Rheinland-Pfalz




Beteiligte
: 150 Kinder, Eltern, Künstler
Alter: keine Angabe
Projektdauer: ein Semester

Kooperationspartner:Universität Mannheim, verschiedene Schulen und Kitas, eine Musikschule der Region, ein Jugendkulturprojekt "Stel-Art", gefördert vom Fonds Soziokultur und vom Kultursommer Rheinland-Pfalz

Die Fähigkeit zu tragen hat den Menschen vielfältig geprägt. Ob Kleidung oder Schmuck, Gepäck oder Symbole, jede Kultur zeichnet sich unter anderem dadurch aus, was sie trägt. Die Jugendkunstschule "Juksuch" hat zu diesem Thema in Kooperation mit dem Fachbereich Mittelalterliche Geschichte der Universität Mannheim das interdisziplinäre Projekt "Homo Portans - Tragen Verbindet" ausgearbeitet.
Kinder und Jugendliche der "Juksuch" und unterschiedlicher Kooperationspartner der Region entwickelten ihre eigenen Ideen zum Thema "Tragen" und setzten sie in Workshops und Kursen künstlerisch um. In verschiedenen Sparten wie Malerei, Bildhauerei, Puppenspiel, Graffiti, Video, Fotografie und Design haben die Teilnehmer in Zusammenarbeit mit professionellen Künstlern diesen abstrakten Begriff sicht- und erfahrbar gemacht. Der Höhepunkt des Projektes war die partizipative Trageprozession "Homo-Portans". 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben die im Laufe des Semesters entstandenen Werke durch die Stadt getragen. Neugierige Passanten waren aufgefordert, sich bereitstehende Trage-Objekte zu nehmen und ebenfalls an der Prozession teilzunehmen.
Nach der Trageprozession in Cochem wurde auch in Trier mit Schulen und Kindergärten zusammengearbeitet und ein weiterer Trage-Festzug veranstaltet, bei dem sowohl Objekte aus der "Juksuch" als auch Werke der Kinder aus Trierer Schulen gezeigt wurden. Bei dem Projekt ist ein Kurskonzept entstanden, das ortsunabhängig wiederholt werden kann.




BEGRÜNDUNG DER JURY


Der Jugendkunstschule Klotten-Kail "Jukusch" ist es in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim eindrucksvoll gelungen, das ungewöhnliche, kulturphilosophische Thema "Tragen" im ländlichen Raum greifbar und ästhetisch erfahrbar zu machen. Das vielfältige Programm der Jugendkunstschule Klotten-Kail - vom Video- und Hörspielkurs für Kinder über den Bodypaintingworkshop für Jugendliche bis hin zu bestehenden Grundschul- und Kitaprojekten - variierte spielerisch das gleiche Thema und wurde ergänzt durch neue Kooperationen und Angebote. Als aktionskünstlerischer Höhepunkt im öffentlichen Raum boten die "Trage-Prozessionen" einen ästhetisch ansprechenden und öffentlichkeitswirksamen Rahmen für die Gestaltungskompetenzen der 150 beteiligten Kinder, der gleichzeitig offen für überraschende informelle Begegnungen war.
Das Projekt "Homo Portans" zeigt exemplarisch, wie Jugendkunstschulen auch im Kleinen - die Ortsgemeinden Klotten und Kail haben zusammen 1.570 Einwohner - eine schöpferische und gemeinschaftsstiftende Energie bei Kindern (und Eltern) frei setzen und verbreiten können, die man dort auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet hätte. Eine Projektidee, die mitreißt!